Ich habe es heute getan. Vorher wurde der Wahl-O-Mat befragt, das ist eigentlich immer spannend. Allein schon wegen der Fragen. Das Kreuzchen-Machen fiel mir trotz des eindeutigen Ergebnisses schwer, nicht weil ich mich politisch nicht entscheiden kann, sondern aufgrund der momentanen Parteienlage in Deutschland. Wenn ich schon wieder lese, dass demokratische Parteien auf Parteitagen Koalitionen auszuschließen glauben zu können, kann ich nur den Kopf schütteln. Haben die aus der Causa Ypsilanti/Hessen-SPD gar nichts gelernt? Klar, man selber hat nur eine Stimme. Aber auch die will taktisch vergeben werden. Und das habe ich heute getan. Ach ja: Ich bin kein Pirat.
Ich bin ein Zeitungsliebhaber, jawohl: gedruckt soll es sein, fingerschwärzend und rascheld. Doch bis auf wenige Ausnahmen kämpfen genau diese Zeitungen mehr oder weniger verzweifelt um's Überleben in der (neuen) Medienwelt. In den letzten Tagen gab es ein paar sehr interessante Beiträge zum Thema. Das abstruseste zuerst: US-Medien suchen verzweifelt Geschäftsmodell aus ZEIT ONLINE:
"Der Verleger der «New York Daily News», Mortimer Zuckerman, glaubt, den Stein der Weisen zur Rettung der US-Zeitungen gefunden zu haben: Der Kongress soll den Verlagen erlauben, ihre Web-Portale als Kasinos - mit Glücksspielen und Wetten online - zu nutzen. «Das würde jede Zeitung in Amerika retten», sagte Zuckerman der Zeitschrift «Forbes»."
Thomas Knüwer, Handelsblatt-Autor und gleichzeitig Blogger beschäftigt sich in beiden Medien mit dem Thema: In Zeitungskrise: Wie die Zukunft der Zeitungen aussehen soll unternimmt Knüwer zusammen mit Hans-Peter Siebenhaar eine Reise zu Zeitungshäusern in der Welt und kommt zum Fazit:
"Über kurz oder lang können die hochqualitativen Informationsangebote im Internet nur überlegen, wenn sie neue Erlösquellen finden – also doch „Paid Content“. Die meisten Experten geben nur hochspezialisierten, exklusiven Informationen eine Chance, um im Netz Geld zu verdienen."
"Auf Dauer sehe ich wegen all dem nur zwei - nicht wie bei der BWL drei - Positionierungen für journalistische Inhalte, die eine Refinanzierung liefern werden: 1. Preisführer [...] 2. Nischenanbieter"
Natürlich denkt man drüber nach: würde ich im kostenlosen Internet, wo ich lediglich zum Online-Shopping Geld mitbringe, für Inhalte bezahlen? Die lokale Tageszeitung hat zum Beispiel ihr Archiv monetarisiert. Ich habe es vorher regelmäßig benutzt, den Schritt zutiefst bedauert, aber noch keinmal danach für's Nachschlagen bezahlt. Einen anderen Weg geht die Lokalzeitungs-Gruppe im Nachbarkreis: die haben quasi gar nichts mehr online und werben für Ihr E-Paper. Die Folge: ihre Artikel erscheinen in keiner Suche mehr und ich besuche die Website nicht mehr. Klar, einerseits sollen, nein, müssen die Inhalte in's Netz. Zeitnah. Am besten noch vor der Printausgabe. Andererseits zahlt dort (noch) niemand dafür. Warum sollte man sich also die Finger schwarz machen? Interessant ist auch die Debatte im Weblog: Die Haptik wird hier als Argument genannt und da kann ich voll zustimmen. Ich will einen Artikel ausschneiden können zum Aufheben, es fühlt sich anders an, ob man Seiten blättert oder mit der Maus scrollt. So könnte ich mir derzeit noch nicht vorstellen, "meine" Tageszeitung auf einem E-Paper zu lesen. Egal, wieviel (weniger) das kostet oder wie das aussieht... Aber vielleicht sind Zeitungsliebhaber Auslaufmodelle?
Paula ist morgen 88 Tage alt, quietschfidel und munter. Wir sind sehr dankbar dafür.
Wir haben uns auch über die vielen tollen Karten, Geschenke, Päckchen und Glückwünsche gefreut, für die ich mich noch immer nicht bei allen persönlich bedanken konnte, so viele waren es. Deswegen an dieser Stelle ein pauschales "Dankeschön" an alle, die an uns gedacht haben.
Es fällt schwer, ein Geschenk besonders herauszuheben, aber das nebenstehende Täschchen ist doch zu reizvoll; die Frau meines Kollegen ist dafür verantwortlich und wir sind immer noch begeistert davon. Paula auch, wie man sieht, oder?
Die Stimmung war den ganzen Tag über schon seltsam, ein gewisser Druck hatte sich aufgestaut. Zusammen mit dem Regenschauer eben kam die erlösende Meldung: Die LTi Gießen 46ers bleiben in der 1. Liga der BBL. Auch wenn sie nach dieser Saison zurecht sportlich abgestiegen sind, verbleiben die Männerturner als einziges Gründungsmitglied der Basketball-Bundesliga damit noch einmal im Oberhaus. Ebenso verdientermaßen, wie ich finde!
Dazu beigetragen hat sicherlich das neueste Produkt aus dem Hause MediaTools, doch schaut selbst:
Gießen, Kiel und Stuttgart hatten bis heute noch eins gemeinsam: Sie waren Kandidaten im Wettbewerb »Stadt der jungen Forscher« für das Jahr 2010. Die Präsentation von Prof. Beutelspacher, Rita Rohrbach und Sudullah Güleç war schon um 9 Uhr morgens. Um 20:19 kam endlich die Pressemeldung der Deutsche Telekom Stiftung:
Wettbewerb entschieden: Gießen wird "Stadt der jungen Forscher 2010"
Nach zwei Kandidaturen als Stadt der Wissenschaft, mehreren herausragenden Wissenschaftsevents und dem Entstehen einer Szene von "Überzeugungstätern" hat es nun geklappt: Die Universitätsstadt an der Lahn ist nach Göttingen zweite Stadt der jungen Forscher. Und mit ihr ganz Mittelhessen: eine Ausweitung auf die Region ist fest eingeplant und war mit ein Grund für den Sieg. Herzlichen Glückwunsch!
So begründet eine Marburger Jung-Liberale die von ihr mitveranstaltete Party "Europa schöntrinken mit den JuLis". Klar, wenn man alle Schnäpse (zur Wahl standen gelb, grün, rot und schwarz) durch hat, ist man bestimmt blau genug, um wählen zu gehen. Sollte in Zukunft bei allen Wahlen durchgeführt werden, die Aktion - dann würden auch bestimmt mehr Menschen an die Urne gelockt! (Via Oberhessische Presse, Beitrag mit Video der Party) Die Julis rudern übrigens inzwischen wieder zurück...
Hochschulmarketing-Macher gibt es nicht so viele, einige von Ihnen dürften in den neuen Bundesländern Lohn und Brot gefunden haben. Fast wöchentlich kommen neue Initiativen von dort, um studentischen Nachwuchs zu generieren:
"Ich will wissen" betitelt die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg ihre Kampagne, bei den man nach Registrierung individualisierte Informationen zum Studium an der MLU erhält. Für Authentizität sorgen so genannte "Studienbotschafter", sechs StudentInnen unterschiedlicher Disziplinen, die -natürlich- das Studium in Halle ganz toll finden: ich-will-wissen.de/
Studieren in Fernost geht noch einen Schritt weiter, es steckt ja auch die "Hochschulinitiative Neue Bundesländer" dahinter, eine Kooperation der Ost-Länder und des BMBF. Die Seite ist schrill, anders kann man es nicht sagen und soll -unter anderem auch auf SchülerVZ- Leute an die Hochschulen in den neuen Bundesländern locken. Ist ja auch unverständlich, dass da niemand hin will, obwohl man keine Studiengebühren zahlen muss, oder? Das ganze wird garniert durch ein Video:
Eins ist klar: Für studieren-in-fernost.de/ ist viel Geld geflossen (immerhin sind Scholz & Friends und Aperto mit im Boot); kritisch finde ich die Beteiligung der kommerziellen Studienberatung planZ. Ob's was bringt, werden die Studierendenstatistiken zeigen müssen. Auf jeden Fall hat man so ein gutes Messkriterium für die Kampagne - ob die wohl erfolgsabhängig bezahlt werden?